Wahlprogramm der FDP Groß-Umstadt zur Kommunalwahl 2026
Die Groß-Umstädter Liberalen hatten schon immer klare Vorstellungen davon, wie sich ein generationengerechtes, l(i)ebenswertes Groß-Umstadt entwickeln könnte, aber im politischen Alltag vielfältiger Meinungen sind den Visionen nicht nur wegen begrenzter Finanzmittel, sondern auch wegen zu überzeugender Mehrheiten nüchterne Grenzen gesetzt.
Im nachfolgenden Programm wollen wir unsere Wähler etwas von dieser visionären Kraft spüren lassen, aber trotzdem deutlich machen, mit welchen kleinen Schritten ein realistischer Anfang gemacht werden könnte. Nur so kann auch überprüft werden, welche der Forderungen durch- und umgesetzt werden konnten.
Nur wer klare Ziele hat, ist vor teuren Irrwegen geschützt.
Generationengerechtes, sozial ausgewogenes und unbürokratisches Bauen mit verantwortungsbewusstem Flächenverbrauch und unter Berücksichtigung des demographischen Wandels heißt unsere Vision für eine Stadtentwicklung mit Augenmaß.
Unsere erste konkrete Forderung lautet: Das durch den Verzicht auf eine neue KiTa zur Verfügung stehende Grundstück in der St.Peray-Straße für die Errichtung von bezahlbarem Wohnraum nutzen!
Eine funktionierende Infrastruktur und größtmögliche Mobilität sind Ziele jeder Stadtentwicklung und werden von allen Parteien gefordert. Wir Liberalen haben die Vision einer Umgehungsstraße zwischen Herrenberg und Stachelberg, die in Verlängerung der Nordspange Klein-Umstadt und Raibach auch nach dem Bau des überfälligen Radwegs entlastet. Auch der längst beschlossene Radweg zum Gruberhof muss endlich konkret in Angriff genommen werden.
Verkehrstechnisch könnte die Entlastung von Anwohnern und Lokalen, von Radfahrern und Senioren ein erster konkreter Schritt sein, indem wir, wie schon seit Jahren von uns angesprochen, die Obere Marktstraße und Schulstraße zur Flaniermeile machen, um Tempo, Lärm und Gefahren zu minimieren, getreu dem liberalen Grundsatz, dass wahre Freiheit nicht ohne Solidarität und Rücksicht, nicht ohne Verzicht auf eigene Interessen verwirklicht werden kann.
Eine weitere Vision der Liberalen für die Senioren ist deren uneingeschränkte Teilhabe am städtischen Leben durch Mobilität, wozu konkret die Begehbarkeit des Marktplatzes gehört. Eine ebenmäßig gepflasterte Diagonale würde Rollator- und Rollstuhl-Fahrer sowie junge Familien mit Kinderwagen und Kleinkindern das Leben erleichtern.
Lebenswert wird Groß-Umstadt durch den verantwortungsbewussten Umgang mit seinen Ressourcen, z. Bsp. dem Wasser. Die Vision einer „Schwammstadt“, wie sie auch anderen Parteien vorschwebt, wäre zugleich ein nachhaltiger Beitrag zum Schutz vor Starkregenereignissen und der so dringend notwendigen Klimaanpassung. Durch systematische Entsiegelung, gesteuerte Versickerung und gezielte Speicherung in unterirdischen Zisternen könnte das in GU gelingen.
Ein konkreter Schritt zur Wassersensibilisierung könnte die Einrichtung eines Trinkwasserspenders in der Innenstadt sein. Am Marktplatz hätte er den größtmöglichen Nutzen für Touristen, aber eben auch für Senioren und Familien mit Kindern.
Genau diese Gruppen profitieren auch von einem bunten Vereinsleben und vielfältigen Kultur- und Sportangeboten. Seit Jahren engagieren sich die Liberalen für gelebte Erinnerungskultur und haben die Vision des Baus eines Stadt- und Kreisarchivs beim Gruberhof vorgetragen; der dazu gehörende erste konkrete Schritt könnte ein ehrenamtlich ausgefülltes interkommunales Digitalisierungskonzept für Archivalien sein.
Das alles ist nicht denkbar ohne die Vermarktung des Fußballplatzes im Raibacher Tal, was auch ein wichtiger konkreter Schritt sein könnte, um im Stadion schrittweise wintertaugliche Trainingsbedingungen zu schaffen bzw. ein realistisches Finanzierungskonzept für die Vision der Umsetzung des Sportstättenkonzepts zu entwerfen.
Bildung ist die erste Verteidigungslinie der Demokratie, diesen Slogan einer früheren Kampagne der Liberalen, wollen wir weiterhin ernst nehmen. Die Vision, bei Heranwachsenden (und Frauen!) das Verständnis und den Mut für das Wagen von Demokratie zu fördern, verbindet alle Parteien der Groß-Umstädter Stadtverordnetenversammlung, konkrete Schritte sind schwierig, denn Bildung ist eine landespolitische Zuständigkeit. Trotzdem wollen wir uns dafür einsetzen, gemeinsam und ganz konkret ein überparteiliches Konzept zur politischen Kooperation mit unseren Schulen aufzubauen.
Bewusst haben wir unsere Vorstellungen zur Finanzpolitik ans Ende unserer programmatischen Überlegungen gestellt, um nicht von vorneherein alle Visionen und jede Forderung am Argument fehlender Haushaltsmittel scheitern zu lassen. Wir Liberalen sind davon überzeugt, dass die Vision einer umfassenden Struktur- und Verwaltungsreform unser Leitbild bleiben muss. Nur wenn Konsolidierung gelingt, bleibt die Kommune dauerhaft handlungsfähig. Aus Verantwortung für unsere Kinder und Enkel bleiben unsere konkreten Forderungen: Keine neuen Schulden durch Kreditaufnahmen für überzogenes Wunschdenken, keine Steuererhöhungen!