FDP will keinen Cent mehr für die „Nordspange“ investieren

14. Februar 2018

„Das Projekt „Nordspange“ ist ein Fass ohne Boden und man sollte den Mut haben, dem ehrlich ins Auge zu sehen. Es  sollte daher sofort beendet werden“, zu dieser Auffassung gelangte die FDP-Fraktion auf ihrer Klausurtagung zum Haushalt 2018 und sieht sich in ihrer alten Skepsis bestätigt. Nach dem Motto: „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende“ sieht die FDP das Projekt Nordspange als „Umgehungs-Straße“ als Vergangenheit an, in die kein Geld mehr gesteckt werden sollte.

Sie hat deshalb die  Streichung  aller dafür im Haushalt 2018 und die Folgejahre   vorgesehenen Finanz-Mittel beantragt. Nach Meinung der FDP hat es keinen Sinn, ein Vorhaben weiter zu verfolgen, das in seiner Umsetzung in weit voraus absehbarer Zeit nicht mehr realistisch erscheint.

Seit mehr als einem Jahrzehnt hat sich die Stadtverordnetenversammlung bis heute in  teils zermürbendem Klein-Klein nahezu ausschließlich mit der Willy-Brandt-Anlage und den dortigen Lärmschutzvorkehrungen auseinandergesetzt. Dort sollen beidseitig hohe Lärmschutzwände entstehen, die allein schon das ganze Erscheinungsbild unattraktiv machen aber vor allem teuer würden.

Dabei ist für das Hauptproblem – nämlich die Unterquerung der Eisenbahn-Linie – noch überhaupt keine Lösung in Sicht. Dieses Bauvorhaben steht bisher auf keiner Dringlichkeitsliste. Das Programm der Deutschen Bahn zur Beseitigung schienengleicher Bahnübergänge ist abgeschlossen, ohne dass Groß-Umstadt berücksichtigt worden wäre. Ohne dieses aber macht der Ausbau der Willy-Brandt-Anlage keinen Sinn.

Nicht betroffen davon sollten die Planungen nördlich der Bahnlinie zur Erschließung des Gewerbegebietes – möglicherweise mit Anschluss an die Hacker-Siedlung. Als echte Umgehung der Kernstadt bietet sich die Landesstraße 3115 (L 3115) an. Vor allem der Lkw-Verkehr aus Richtung Aschaffenburg/Babenhausen könnte darüber hinter Klein-Umstadt an das Semder Eck gelangen und darüber die Gewerbegebiete der Kernstadt erreichen.

Dazu sollte diese allerdings in zwei Abschnitten verkehrstechnisch besser ausgebaut werden und zwar im Bereich des Bahnüberganges zur L3065 (Kernstadt-Klein-Umstadt) und vom „Kirchhöfer-Kreisel“ bis zum Semder Eck. Dort wird im Begegnungsverkehr häufig der Randstreifen gefährdend ausgefahren. Durch eine geringe Verbreiterung und entsprechenden Ausbau könnte diese Situation entscheidend verbessert werden. Die kernstadt wäre entlastet und der Haushalt der Stadt gewänne Spielräume.

 

(veröffentlicht im Odenwälder Boten am 09.02.2018 )